21.06.2017

DAS „WIE“ IST ENTSCHEIDEND

Vom Problem zur Lösung

Immer wieder erlebe ich in Unternehmen mühsame und aufreibende Diskussionen rund um die Frage „Warum?“. Besonders in Veränderungsprozessen stellen sich Teams oft gegeneinander und versuchen, den „schwarzen Peter“ den anderen in die Schuhe zu schieben – und das in einer perfektionistischen Akribie. Verstanden habe ich diese Logik noch nie.

Als junge IT-Projektleiterin in der Finanzdienstleistungsbranche war ich auch mal einer solchen Diskussion ausgeliefert. Neu im Unternehmen, zielstrebig und verantwortlich für den Erfolg des Projekts, habe ich nicht erkannt, worum es den beteiligten Abteilungsleitern wirklich ging. Als es scheinbar kein Weiterkommen gab, habe ich das Dilemma benannt – und die Schuld prozentual an alle am Tisch sitzenden verteilt: „Sie 23,67%, Sie 19,89%, Sie 34,88%“, und so weiter. Bis die 100% verteilt waren.

Die Überraschung saß! Das war wohl einer der Momente, in denen Menschen sagen, dass man eine Stecknadel fallen hören konnte. Das anschließende – leicht angespannte – Lächeln und die Frage „Und jetzt, können wir jetzt weitermachen?“, sorgte auch bei den Projektbeteiligten – zumindest bei der Mehrzahl – für Erleichterung.  Erst viel später habe ich verstanden, welche emotionalen Prozesse damals dafür verantwortlich waren.

Das ist knapp 20 Jahre her. Heute – als erfahrene Projektleiterin, langjährige Personalentwicklerin und systemische Organisationsentwicklerin – bin ich überzeugt, dass die Frage nach dem „WARUM“ nie Sinn macht – es sei denn, Sie sind Lean-Manager und nutzen die Methode „5 x Warum-Fragetechnik“ im Bereich des Qualitätsmanagements zur Ursache-Wirkungs-Bestimmung.


Das „WARUM?“ fokussiert das Problem

  • Ist vergangenheitsorientiert.
  • Sucht Fehler und diskutiert „richtig“ und „falsch“.
  • Beantwortet maximal die Schuldfrage.


Das „WIE?“ fördert die Lösung

  • Ist zukunftsorientiert.
  • Ermöglicht Lernen aus Erfahrung.
  • Findet Lösungen.


Wie Sie das „WIE“ differenziert nutzen können:

  • Und was jetzt?
  • Wie können wir den Fehler schnellstmöglich beheben?
  • Was lernen wir daraus für die Zukunft?
  • Wie sorgen wir in Zukunft dafür, dass das nicht noch mal vorkommt?
  • Wen müssen wir darüber informieren?

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Umsetzen und vor allem beim Erleben, wie inspirierend und motivierend Ihre Mitarbeiter reagieren werden.

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