03/30/2017

ICH UND MEIN NEANDERTALER

Und was das mit Führungskräfteentwicklung zu tun hat.

Ich und mein Neandertaler

Wie oft haben Sie sich schon vorgenommen, nicht emotional, nicht engstirnig, nicht kleinkariert, nicht nur logisch, nicht verärgert zu reagieren? Und wie oft haben Sie sich – schneller als Ihnen lieb war – genau in dieser Spirale wiedergefunden – obwohl Sie genau das nicht wollten?

Gerade dieses automatisiert ablaufende Verhalten ist bei der Führung und Entwicklung von Mitarbeitern eher hinderlich. Mit zeitgemäßer Führung hat das nichts zu tun. Und ein Glänzen mit konstruktiven Führungstechniken oder zufriedenstellenden Lösungen sieht anders aus. Im Gegenteil: Es erzeugt Turbulenzen, fördert emotionales Aneinanderrasseln, bedeutet oft viel Ärger.

Was also hat es auf sich – mit meinem bzw. Ihrem Neandertaler?

So wie unser Fingerabdruck uns eindeutig identifiziert, so ist auch unsere Persönlichkeit einzigartig! Eine Mischung aus typischen Denk- und Verhaltensmustern, die uns ausmachen, charakterisieren. TYPisch eben. Dazu gehören auch persönlichkeitsspezifische, automatische Grundmuster. Je nach Persönlichkeitstyp gibt es zwei typische Auto-Mechanismen: Zum einen den AUTOFOKUS, den persönlichen Blickwinkel, der die Haltung zu sich und der Welt, was unser Denken und Fühlen, steuert. Und den AUTOPILOTEN, das automatische Reaktionsmuster, welches das persönliche Handeln steuert. Schon wird deutlich, was der Neandertaler so treibt. Natürlich haben Philosophen und Psychologen viel differenziertere Bezeichnungen für den „Neandertaler“.

Wir haben die Wahl, die Anwesenheit dieses seltsamen Neandertalers bewusst zur Kenntnis zu nehmen (immerhin hat er uns ja oft im Griff und macht uns das Leben zuweilen schwer) oder ihn zu ignorieren. Führungskräfte nämlich, die sich mit ihrer Persönlichkeit beschäftigen, bewusst handeln, souverän entscheiden, wann sie sich wie verhalten, sind im Vorteil. Sie sind klar, konstruktiv und zielstrebig.

Der Neandertaler – ein Gewohnheitstier und seine typischen Autopiloten

Es gibt viele Modelle, Typologien, Persönlichkeitsanalysen, die dem Neandertaler an den Pelz rücken. An dieser Stelle folge ich der Logik des Enneagramms mit seinen neun Persönlichkeitsprofilen.

Mein Neandertaler ist:

  1. eingebildet. Er weiß alles besser. Er urteilt und gibt Ratschläge.
  2. empfindlich. Er kompensiert das durch versteckten Egoismus.
  3. eitel. Er spielt seine Erfolgsrolle auf Basis einer Lüge.
  4. traurig. Getrieben von unerfüllter Sehnsucht inszeniert er sein Leben.
  5. logisch. Er stellt Wissen über Emotionen und wirkt wie ein Eisblock.
  6. ängstlich. Er agiert loyal unter der Obrigkeit, geht dafür über Grenzen.
  7. oberflächlich. Er lebt fröhlich im Schatten des Leidens.
  8. ungehobelt. Er kämpft rachsüchtig wie ein Tiger, ist dabei übergriffig.
  9. träge. Er redet viel, aber kommt nie zum Handeln.

Erkenne dich selbst! Entwickle dann gezielt dein Führungsverhalten weiter.

Mein Buch-Tipp:

Martin Salzwedel / Ulf Tödter: Führen ist Charaktersache – Überzeugen durch Authentizität und soziale Kompetenz

Back